Einfach nur super!

Mit fast einjähriger Verzögerung: Ballspielhalle Zuchering wird ihrer Bestimmung übergeben

Zuchering (DK) Mit fast einjähriger Verspätung ist die neue Ballspielhalle in Zuchering gestern mit einem Festakt offiziell in Betrieb genommen worden. Nach Gerolfing und Ringsee ist es die dritte Halle, die in diesem Jahr eröffnet wurde. Über zehn Millionen Euro hat sich die Stadt die drei Hallen kosten lassen.
„Was lange währt, wird endlich gut“, fasste Schulleiterin Judith Schmid die unendliche Geschichte der Zucheringer Ballspielhalle zusammen. Umso freudiger begrüßte dann auch der Chor der Grundschule Zuchering mit einem extra für den Anlass getexteten Willkommenslied die Ehrengäste, bevor kleine Bodenturner dem Publikum den eigentlichen Zweck des Baus gekonnt vor Augen führten.
Eigentlich hätte dieser Festakt schon vor dem letzten Weihnachtsfest, also im Dezember 2016, stattfinden sollen. Doch bei der sicherheitstechnischen Begehung der Halle, die sowohl von der Schule als auch von Vereinen genutzt werden soll, wurden Mängel an den Prallwänden sichtbar. Die Stadt hatte daraufhin den bereits laufenden Umzug gestoppt (DK berichtete). Oberbürgermeister Christian Lösel sprach diesbezüglich gestern in seiner Festrede von einem „von uns nicht zu vertretenden Baumangel“ – und dankte in diesem Zusammenhang dem städtischen Baureferenten und dem Architekturbüro Stich, die sich in dieser Angelegenheit „hochkorrekt“ verhalten hätten.
Eine Zeit lang habe es so ausgesehen, als werde die Halle nie fertig, meinte Architekt Helmut Stich. Dabei habe der Mangel, wie er betonte, nur an einer Prallwand gelegen. Tore, mit denen die Sprossenwände und andere Turngeräte verletzungssicher verdeckt werden sollen, waren nicht zu, oder von selbst wieder aufgegangen. Und die entsprechende Firma, die den Mangel zu beheben hatte, habe „monatelang nicht reagiert“. Doch nun ist die sieben Meter hohe Halle fertig und in zwei Teilen nutzbar: 18 mal 22 Meter für die Schule, 26 mal 22 Meter für die Sportvereine. OB Lösel wurde nicht müde, die zahlreichen Aktivitäten der Stadt für Schul- und Breitensport aufzuzählen und Ingolstadt auch als „Sportstadt“ zu präsentieren.
Als vor der offiziellen Schlüsselübergabe durch die Architekten Helmut Stich und Helmut Geier an OB Lösel, Rektorin Schmid und den Präsidenten des SV Zuchering, Stadtrat Franz Liepold die Trennwand hochgezogen wurde, zeigte sich die moderne Halle in ihrer vollen Größe. Im hinteren Teil, wo der Bodenbelag nicht mit Teppich für den Festakt belegt war, führten Kinder der vierten Jahrgangsstufe einige Akrobatik-Einlagen vor, sie bekamen viel Applaus. Wie wichtig Sport ist, betonten auch die beiden Pfarrer Siegfried Schwemmer (evangelisch) und Ante Luketa (katholisch), bevor sie der Sportstätte den kirchlichen Segen gaben. Schwemmer, selbst Vorsitzender des Karatesportklubs Nürnberg, verwies auf eine Langzeitstudie der Sporthochschule Köln, die Menschen 25 Jahre lange begleitet hat. Das Ergebnis: „Drei Stunden Sport pro Woche verlängert die Lebenszeit um zehn Jahre.“
Als sportliche Herausforderung gestaltete sich für die Schule auch der bekanntermaßen nicht unproblematische Einzug in die neue Sportstätte. „Wir sind eingezogen, dann ausgezogen und jetzt wieder eingezogen“, sagte Rektorin Judith Schmid. Sie selbst hielt sich mit langen Reden zurück: „Wir wollen die zu Wort kommen lassen, für die die Halle gedacht ist.“ Nach und nach traten elf Schülerinnen und Schüler (auf einem Podest stehend) ans Rednerpult und erklärten, was ihnen an der neuen Halle gefällt. Während vielfach die größeren und „coolen“ Umkleiden genannt wurden, brachte es eine Schülerin auf einen Nenner: Die Halle, meinte sie, sei „einfach nur super“.

Von Ruth Stückle